Mein erstes Literaturcamp: LitcampBER 2019

Am 9. und 10. November 2019 fand das erste LitcampBerlin statt, das zugleich mein erstes Litcamp überhaupt war. Und ich hatte im Vorfeld viele Fragen. 9 Uhr schon da sein? Sessions, kann man das essen? Und lesen wir dort den ganzen Tag? Nach den zwei vollgepackten Tagen ging ich erschöpft, aber mit vielen Antworten nach Hause. Und davon möche ich euch berichten.

spannende Location und leerer Sessionplan

Die Schule, in der das Litcamp für zwei Tage zu Hause war, war ein sehr abgefahrener Ort. Hinterhof, ungefähr vierte Etage und viele unterschiedliche Räume, Kreativität an den Wänden, Benutzungsspuren … die Location sprühte vor Kreativität und kitzelte viel flexibles Denken aus uns heraus. Wir, das waren etwa vierzig Literaturinteressierte aus allen Bereichen. Und gemäß der Idee eines literarischen Barcamps begneten wir uns alle auf Augenhöhe: jede_r war dazu aufgerufen, das Treffen aktiv mitzugestalten. Jede_r konnte Themen für Sessions (45-minütige Workshops) vorschlagen und diese leiten oder als Zuhörer_in besuchen. Dazu ging man nach dem gemeinsamen Frühstück (vorbereitet vom Orgateam) ans Mikrofon, pitchte die Idee und mit kurzem Handzeichen der Interessierten aus dem Publikum wurde entschieden, ob diese Session auf den Sessionplan kam oder nicht. Da wir nur eine kleine Gruppe waren, schaffte es eigentlich auch jede Idee auf den Sessionplan, der dann unser selbstgewählter Stundenplan für den jeweiligen Tag war.

schöne Litcamp-Tasse und voller Sessionplan

Und dann ging es auch schon los. Man musste sich leider entscheiden, welchen der drei Workshops pro Uhrzeit man besuchen wollte, denn drei fanden immer parallel statt. Nach jedem Workshop gab es eine kurze Pause und dann begann auch schon der nächste – bei voller Flexibilität. Wenn einen ein Thema nicht interessierte, besuchte man eben keinen Workshop und nutzte die Stunde lieber zum Schreiben (schließlich war NaNoWriMo) oder zum Netzwerken.

Von den Sessions, denen ich lauschte, waren „Power of 15“ und „Social Media für Schreibende“ am interessantesten.

Power of 15: Arbeit zwei bis drei Monate lang an 5 von 7 Tagen jeweils nur 15 Minuten an deinem Projekt (egal was) und feier dich jedes Mal selbst, wenn du es geschafft hast. Diese 15 Minuten sind für dich, für das, was dich antreibt. Dadurch soll eine Routine aufgebaut werden, die dich, ohne nachzudenken ins Tun bringt, motiviert und schließlich früher oder später an dein Ziel führt. Die Webseite ShutUpAndWrite wurde in dem Zusammenhang vorgestellt und die werde ich mir mal genauer ansehen.

Bei der Social-Media-Session von Liv Modes bekamen wir einige Tipps zum professionellen Umgang auf Social-Media-Plattformen. Was kann man posten (80% Persönliches und Schreiballtag, 20% konkrete Werbung) oder wie kann man posten (z.B. mithilfe der Seite BookBrush, die schöne Bilder erstellt). Kurz zusammengefasst: „Ihr schreibt geile Texte und ihr dürft darüber reden!“ Hihi.

Mit eben dieser wunderbaren Liv hatte ich am Samstagabend das Vergnügen, aus unserer damals noch nicht erschienenen Anthologie „Großstadtgefühle“ vorzulesen. Zusammen mit 6 anderen Jungautorinnen veranstalteten wir am Abend die LitcampBER-Lesung, bei der es viele verschiedene Texte zu hören gab. Und außerdem Popcorn 🙂

Es war meine allererste Lesung überhaupt und … to be honest … ich weiß nicht mehr, was ich da genau gesagt habe 😀 Ich war wirklich sehr nervös, obwohl es gar keinen Grund gab. Umso schöner, dass man diese Lesungsschnipsel immer noch auf der Homepage des Litcamps nachhören kann.

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